1. Das “Wir brauchen das bis gestern”-Syndrom
Employer Branding in Hauruck-Manier ist einer der größten Fehler überhaupt. Oft passiert es so: Der Geschäftsführer kommt am Montagmorgen ins Büro und sagt, die Arbeitgebermarke müsse "dringend aufpoliert werden" – und zwar bis nächsten Monat. Das führt dann zu hektischen Aktionen, die vor allem eines gemeinsam haben: Sie bleiben an der Oberfläche. Schnell wird eine Imagekampagne aufgesetzt, die Karriereseite neu gestaltet und ein paar Testimonials von Mitarbeiter*innen eingefangen. Klingt erstmal nicht schlecht, oder? Das Problem: Diese Maßnahmen bleiben isoliert und verpuffen schnell, weil es an einer echten Strategie fehlt.
Employer Branding ist kein Schnellschuss-Projekt. Es erfordert eine klare Vision, eine langfristige Planung und vor allem Zeit, um sich zu entwickeln. Die eigene Arbeitgebermarke ist tief mit der Unternehmenskultur verwurzelt und lässt sich nicht mal eben über Nacht neu erfinden. Ohne eine fundierte Strategie wirkt Employer Branding schnell wie heiße Luft – hübsch verpackt, aber inhaltlich leer.
Wie du es besser machst: Gib dir die Zeit, die deine Marke verdient. Führe Gespräche mit Führungskräften, Mitarbeiterinnen und vielleicht sogar Ex-Mitarbeiterinnen. Was macht euch aus? Wo sind eure Stärken, und welche Werte wollt ihr nach außen tragen? Arbeite mit einem klaren Plan und einem realistischen Zeitrahmen. Employer Branding ist ein Marathon, kein Sprint.
2. Mehr Schein als Sein
Glänzende Hochglanzbroschüren, inspirierende Imagevideos und das Versprechen, die innovativste Firma im Umkreis zu sein – klingt super, aber hält das auch dem Realitätstest stand? Einer der häufigsten Fehler im Employer Branding ist der Versuch, das Unternehmen besser darzustellen, als es tatsächlich ist. Klar, man möchte nach außen glänzen. Doch wehe, eine neue Mitarbeiterin stellt schon in der ersten Woche fest, dass die "flachen Hierarchien" in Wirklichkeit eher Berghänge sind und die versprochene Work-Life-Balance eher ein Work-Work-Work-Modell ist.
Heutzutage lassen sich solche Diskrepanzen kaum noch verbergen. Portale wie Kununu sind gnadenlos ehrlich, und die Bewertungen ehemaliger Mitarbeiterinnen wirken oft stärker als jede Imagekampagne. Employer Branding bedeutet nicht, ein perfektes Bild zu zeichnen, sondern ein authentisches. Das macht Unternehmen menschlich und nahbar – und genau das suchen viele Kandidatinnen.
Wie du es besser machst: Zeig dich, wie du bist – mit allen Ecken und Kanten. Authentizität ist das Zauberwort. Statt nur die Sonnenseiten zu präsentieren, gib ehrliche Einblicke in den Arbeitsalltag. Sprich auch über Herausforderungen und wie ihr daran arbeitet, sie zu meistern. Lass vor allem deine Mitarbeiter*innen zu Wort kommen – ihre Geschichten sind glaubwürdiger als jeder Marketingslogan.
3. Die Benefits-Schleuder
Es ist verlockend: Statt mühsam an der eigenen Unternehmenskultur zu arbeiten, werfen viele Unternehmen einfach eine Ladung Benefits ins Rennen. Obstkörbe, Fitnessstudios, kostenlose Getränke, Mitarbeiterrabatte – alles nett, aber das allein überzeugt niemanden, langfristig Teil deines Teams zu werden. Klar, Benefits können ein Sahnehäubchen sein, aber sie sind niemals das Fundament eines erfolgreichen Employer Brandings.
Warum? Weil sie austauschbar sind. Heute gibt es den Obstkorb bei dir, morgen auch beim Wettbewerber. Was wirklich zählt, sind Werte, Visionen und ein authentisches Miteinander. Die Generationen Y und Z suchen mehr als nur finanzielle Anreize. Sie wollen wissen, wofür dein Unternehmen steht. Passt ihre persönliche Einstellung zu euren Werten? Gibt es Entwicklungsmöglichkeiten?
Wie du es besser machst: Konzentriere dich darauf, das “Warum” eures Unternehmens zu kommunizieren. Was ist eure Mission? Was treibt euch an? Und vor allem: Wie können potenzielle Mitarbeiter*innen Teil davon werden? Baue eine starke emotionale Verbindung auf, die langfristig trägt.
4. Der Monolog statt Dialog
Employer Branding wird oft von der Chefetage verordnet und endet dann in einem Monolog: “Das sind unsere Werte, so sind wir.” Punkt. Aber Employer Branding ist keine Einbahnstraße. Es lebt vom Austausch, von echten Gesprächen und davon, dass deine Mitarbeiter*innen aktiv eingebunden werden.
Viele Unternehmen definieren ihre Arbeitgebermarke völlig losgelöst vom Team. Dabei wissen deine Kolleg*innen am besten, was euch als Arbeitgeber einzigartig macht. Sie erleben die Kultur jeden Tag und können wertvolle Impulse geben. Wenn du diesen Schatz nicht hebst, verschenkst du eine riesige Chance.
Wie du es besser machst: Gehe in den Dialog. Frage deine Mitarbeiter*innen nach ihrer Meinung: Was macht das Arbeiten bei euch besonders? Was könnte besser laufen? Führe Umfragen durch, veranstalte Workshops oder nutze offene Feedbackrunden. Employer Branding ist ein Teamprojekt – je mehr Stimmen, desto besser das Ergebnis.
5. Einmal gemacht, nie wieder angefasst
Der Klassiker: Ein Unternehmen setzt eine Employer Branding-Kampagne auf, überarbeitet die Karriereseite, druckt neue Broschüren – und damit ist die Sache erledigt. "Check, haben wir gemacht!" Denkste. Employer Branding ist kein einmaliges Projekt. Die Arbeitswelt verändert sich rasant, und mit ihr die Bedürfnisse der Arbeitnehmer*innen. Was gestern noch modern war, kann heute schon altbacken wirken.
Genauso verändern sich auch eure eigenen Werte und Prioritäten. Vielleicht war vor fünf Jahren Flexibilität noch kein großes Thema, heute aber ein zentraler Bestandteil eurer Unternehmenskultur. Wenn du deine Employer Branding-Strategie nicht regelmäßig überprüfst und anpasst, läuft sie Gefahr, an Relevanz zu verlieren.
Wie du es besser machst: Sieh Employer Branding als lebendigen Prozess. Baue regelmäßige Updates in deinen Jahresplan ein. Sind die Werte noch aktuell? Haben sich die Bedürfnisse deiner Belegschaft verändert? Employer Branding lebt davon, ständig hinterfragt und weiterentwickelt zu werden. Nur so bleibt es authentisch und relevant.
Fazit: Employer Branding ist keine Kosmetik – es ist ein Prozess
Employer Branding bedeutet nicht, sich hübsch zu machen und dann auf Bewerber*innen zu warten. Es geht darum, eine starke und authentische Arbeitgebermarke aufzubauen, die auf echten Werten basiert. Das ist ein Prozess, der nie wirklich endet – und genau das macht ihn spannend.
Wenn du Employer Branding richtig angehst, wirst du nicht nur Bewerber*innen begeistern, sondern auch deine eigene Unternehmenskultur nachhaltig stärken. Denn Employer Branding beginnt im Inneren und strahlt von dort nach außen. Und falls du dabei Unterstützung brauchst: Wir stehen dir mit unserer Expertise zur Seite. Denn das, was wir tun, hat garantiert nichts mit Kugelschreibern zu tun. 😉